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DRAM- und NAND-Preise 2026: Steigende Speicherpreise belasten IT-Projekte

Die Preise für DRAM, NAND-Flash und weitere Speicherkomponenten bleiben auch im zweiten Halbjahr 2026 unter Druck. Besonders der wachsende Bedarf für künstliche Intelligenz, neue Rechenzentren und leistungsfähige Server sorgt für eine hohe Nachfrage. Gleichzeitig konzentrieren die Speicherhersteller ihre Produktionskapazitäten zunehmend auf margenstarke Produkte wie High Bandwidth Memory, Server-DRAM und Enterprise-SSDs.

Für Unternehmen sind die steigenden Speicherpreise längst nicht mehr nur eine operative Herausforderung im Einkauf. Sie beeinflussen zunehmend die IT-Budgetplanung, die Priorisierung von Infrastrukturprojekten und die langfristige Versorgungssicherheit.

DRAM- und NAND-Preise steigen im dritten Quartal 2026

Gemäss einem aktuellen Beitrag von Uli Neiss auf speicherguide.de erwartet das Marktforschungsunternehmen TrendForce für das dritte Quartal 2026 weitere Preissteigerungen bei DRAM und NAND-Flash.

Die Vertragspreise für konventionellen DRAM sollen gegenüber dem Vorquartal um 13 bis 18 Prozent steigen. Bei NAND-Flash wird mit einem Preisanstieg von 10 bis 15 Prozent gerechnet.

Quelle: speicherguide.de

Die erwarteten Preissteigerungen fallen damit zwar geringer aus als in den vorangegangenen Quartalen. Eine nachhaltige Entspannung auf dem Speichermarkt ist jedoch weiterhin nicht erkennbar.

Insbesondere bei Server-DRAM bleibt die Versorgung angespannt. KI-Anwendungen, datenintensive Workloads und moderne Serverplattformen benötigen immer grössere Speicherkapazitäten. Gleichzeitig investieren Cloud-Anbieter, Rechenzentrumsbetreiber und Unternehmen weiter in den Ausbau ihrer IT-Infrastruktur.

Auch bei Enterprise-SSDs bleibt die Nachfrage hoch. Hyperscaler und grosse Unternehmen bauen ihre Speicherkapazitäten aus, während die Hersteller einen grösseren Teil ihrer verfügbaren NAND-Produktion für margenstarke Enterprise-Produkte reservieren.

Künstliche Intelligenz verändert den Speichermarkt

Die steigenden DRAM- und NAND-Preise sind nicht nur das Ergebnis einer kurzfristigen Nachfragespitze. Der Speichermarkt befindet sich in einem strukturellen Wandel.

Hersteller priorisieren zunehmend Produkte wie:

  • High Bandwidth Memory, kurz HBM
  • Server-DRAM
  • DDR5-Arbeitsspeicher
  • leistungsfähige 3D-NAND-Technologien
  • Enterprise-SSDs

Diese Speicherlösungen werden vor allem für KI-Beschleuniger, leistungsfähige Server, Cloud-Plattformen und datenintensive Anwendungen benötigt.

TrendForce analysiert DRAM, NAND-Flash, HBM, Server-Technologien und weitere Halbleitermärkte. Die Entwicklung zeigt, dass künstliche Intelligenz die Produktionsplanung der Hersteller und damit auch die weltweite Verfügbarkeit von Speicherkomponenten zunehmend beeinflusst.

Weitere Informationen: TrendForce

Für klassische PC-Systeme, industrielle Anwendungen und ältere Speichertechnologien stehen dadurch teilweise weniger Produktionskapazitäten zur Verfügung. Selbst eine schwächere Nachfrage im Consumer-Markt führt deshalb nicht automatisch zu sinkenden Preisen bei professionellen Speicherlösungen.

NOR-Flash und SLC-NAND bleiben knapp

Neben klassischem DRAM und modernem NAND-Flash sind auch ältere und besonders robuste Speichertechnologien von massiven Preissteigerungen betroffen.

In einem weiteren Beitrag von Uli Neiss auf speicherguide.de wird auf die anhaltende Knappheit bei NOR-Flash und SLC-NAND hingewiesen.

Die durchschnittlichen Vertragspreise für NOR-Flash sind demnach im ersten Halbjahr 2026 um rund 100 bis 120 Prozent gestiegen. Bei SLC-NAND lagen die Preissteigerungen bei rund 130 bis 150 Prozent.

Quelle: speicherguide.de

Diese Speichertechnologien werden weiterhin in zahlreichen geschäftskritischen Bereichen eingesetzt. Dazu gehören:

  • Industrieanlagen und Steuerungssysteme
  • Netzwerk- und Kommunikationssysteme
  • Fahrzeugtechnik und Fahrerassistenzsysteme
  • Medizintechnik
  • Robotik und Edge-AI
  • Server- und Rechenzentrumskomponenten

NOR-Flash wird häufig für Firmware und direkt ausführbaren Programmcode eingesetzt. SLC-NAND zeichnet sich durch eine hohe Lebensdauer, geringe Fehlerraten und eine hohe Widerstandsfähigkeit gegenüber Temperaturunterschieden aus.

Ein kurzfristiger Wechsel auf günstigere Speichertechnologien ist deshalb nicht immer möglich. Alternative Komponenten müssen unter Umständen technisch geprüft, neu zertifiziert und umfassend getestet werden.

Weitere Preissteigerungen im zweiten Halbjahr 2026 möglich

Auch für das zweite Halbjahr 2026 erwartet TrendForce keine deutliche Entspannung.

Bei hochkapazitiven NOR-Flash-Produkten könnten die Preise gemäss dem Bericht um weitere 60 bis 65 Prozent steigen. Für SLC-NAND werden zusätzliche Preisaufschläge von durchschnittlich 70 bis 75 Prozent erwartet.

Neben den höheren Preisen gewinnt auch die tatsächliche Verfügbarkeit an Bedeutung. Hersteller steuern ihre Lieferungen zunehmend über langfristige Vereinbarungen, strategische Kundenbeziehungen und priorisierte Bestellungen.

Für Unternehmen bedeutet dies, dass nicht nur der Preis entscheidend ist. Auch Lieferfristen, garantierte Mengen, Produktlebenszyklen und mögliche Ersatzprodukte müssen stärker berücksichtigt werden.

Auswirkungen steigender Speicherpreise auf IT-Projekte

Die steigenden DRAM-, NAND- und SSD-Preise können sich direkt auf die Kosten geplanter IT-Projekte auswirken. Betroffen sind insbesondere Investitionen in:

  • Server und Storage-Systeme
  • Enterprise-SSDs
  • Arbeitsspeicher und DDR5
  • Virtualisierungsplattformen
  • Backup- und Archivierungslösungen
  • Netzwerkkomponenten
  • KI- und Datenanalyse-Infrastruktur
  • Cybersecurity- und Cloud-Projekte

Besonders kritisch ist die Situation bei Unternehmen, die ältere Hardware ersetzen müssen. Eine Verschiebung kann kurzfristig Investitionskosten reduzieren, gleichzeitig aber neue betriebliche und finanzielle Risiken verursachen.

Dazu gehören höhere Wartungs- und Supportkosten, fehlende Ersatzteile, ablaufende Garantien, steigende Ausfallrisiken sowie mögliche Sicherheits- und Compliance-Probleme.

Unternehmen sollten deshalb nicht ausschliesslich den aktuellen Anschaffungspreis betrachten. Entscheidend sind die Gesamtkosten und Risiken über den vollständigen Lebenszyklus der IT-Infrastruktur.

Handlungsempfehlungen für Unternehmen

IT-Verantwortliche sollten geplante Infrastrukturprojekte frühzeitig überprüfen und verschiedene Preis-, Liefer- und Beschaffungsszenarien berechnen.

Besonders speicherintensive Systeme sollten separat analysiert werden. Dazu gehören Server, Storage-Lösungen, Backup-Systeme, Virtualisierungsplattformen und KI-Infrastruktur.

Mögliche Massnahmen sind:

  • Speicherbedarf frühzeitig ermitteln
  • kritische Komponenten rechtzeitig reservieren
  • Angebote mit längerer Preisbindung prüfen
  • langfristige Liefervereinbarungen verhandeln
  • technisch geeignete Alternativprodukte evaluieren
  • Produktlebenszyklen und Supportfristen berücksichtigen
  • grössere Investitionen in mehrere Projektphasen aufteilen
  • Sicherheitsbestände für kritische Systeme prüfen

Bei der Bewertung von Angeboten sollten Unternehmen nicht nur den Gesamtpreis vergleichen. Ebenso wichtig sind bestätigte Liefertermine, garantierte Mengen, Supportdauer, Kompatibilität und die Verfügbarkeit von Nachfolgeprodukten.

Fazit: IT-Projekte verschieben oder jetzt investieren?

Jede Unternehmung muss sich Gedanken darüber machen, wie lange geplante IT-Projekte tatsächlich hinausgeschoben werden können.

Kann ein Projekt ohne wesentliche betriebliche, technische oder sicherheitsrelevante Nachteile um zwei bis drei Jahre verschoben werden, kann dieses Risiko bewusst eingegangen werden. Allerdings weiss heute niemand zuverlässig, wie sich die Speicherpreise, Produktionskapazitäten und die weltweite Nachfrage in diesem Zeitraum entwickeln werden.

Kann eine Unternehmung ein notwendiges IT-Projekt hingegen nur bis 2027 verschieben, muss möglicherweise mit noch höheren Preisen gerechnet werden. Zusätzlich besteht das Risiko, dass bestimmte Komponenten nur eingeschränkt verfügbar sind oder deutlich längere Lieferzeiten aufweisen.

Eine Verschiebung ist deshalb nicht automatisch eine Kostenersparnis. Sie ist eine unternehmerische Entscheidung unter Unsicherheit. Mögliche kurzfristige Einsparungen müssen den Risiken steigender Preise, eingeschränkter Verfügbarkeit und zunehmender technischer Probleme gegenübergestellt werden.

In der aktuellen Marktsituation empfiehlt sich eine realistische und risikobasierte Planung. Unternehmen sollten notwendige Investitionen nicht allein aufgrund kurzfristiger Budgetziele verschieben, sondern die Auswirkungen auf Betriebssicherheit, Verfügbarkeit und langfristige IT-Kosten berücksichtigen.

Kurz erklärt: DRAM, NAND-Flash, SSD und DDR5

Was ist DRAM?

DRAM ist ein flüchtiger Arbeitsspeicher, der Daten nur solange speichert, wie das System mit Strom versorgt wird. Er stellt aktuell benötigte Informationen für Prozessoren schnell zur Verfügung. Die verfügbare DRAM-Kapazität beeinflusst deshalb die Leistung von Servern, PCs, Workstations und anderen IT-Systemen wesentlich.

Was ist NAND-Flash?

NAND-Flash ist ein nichtflüchtiger Speicher, der Daten auch ohne Stromversorgung dauerhaft behält. Die Technologie wird unter anderem in SSDs, Speicherkarten, Smartphones und industriellen Systemen verwendet. NAND-Flash eignet sich besonders für die dauerhafte Speicherung grosser Datenmengen.

Was ist eine SSD?

SSD steht für Solid State Drive und bezeichnet ein elektronisches Speichermedium ohne bewegliche mechanische Bauteile. SSDs basieren in der Regel auf NAND-Flash und bieten gegenüber klassischen Festplatten deutlich schnellere Zugriffszeiten. Weitere Vorteile sind ein geringerer Energieverbrauch, eine höhere Widerstandsfähigkeit und ein geräuscharmer Betrieb.

Was ist DDR5?

DDR5 ist die fünfte Generation des Arbeitsspeicherstandards Double Data Rate. Im Vergleich zu DDR4 bietet DDR5 höhere Datenraten, grössere Speicherkapazitäten und eine verbesserte Energieeffizienz. Der Standard wird zunehmend in modernen Servern, Workstations und leistungsfähigen PCs eingesetzt.

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